Ohne Bewertung leben

 

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Am Ende des Schuljahres bekommt man seine Noten, auch wenn Homeschooling nicht bewertet werden kann, am Ende steht doch wieder die Möglichkeit, das Klassenziel nicht erreicht zu haben. Auch Erwachsene bewerten sich und andere täglich. Wir sind es gewohnt, Geschehnisse einzuordnen in Glück und Unglück.

Einer Bäuerin lief eines Tages ein Pferd davon, alle riefen „Was für ein Unglück!“ Als es zwei Tage später zusammen mit einem Wildpferd zurückkehrte, hieß es „Was hast du bloß für ein Glück“. Ihr Sohn ritt das Wildpferd ein und brach sich ein Bein – oh Unglück! Kurz darauf begann ein Krieg und er wurde nicht eingezogen. Wie wunderbar!

  

Was ist Glück – was Unglück? Das einzig Beständige ist der stete Wechsel der Dinge. 

Durch die Corona-Pandemie werden die Arbeitslosenzahlen stark ansteigen! Was für ein Unglück! Was werden für bange Zeiten auf uns zu kommen, fragen sich manche. Doch Studien belegen, dass in Krisenzeiten prosoziales Verhalten und Zusammenhalt wachsen. Das täte doch der allgemeinen Vereinzelung und Vereinsa

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mung der Menschen ganz gut! Man verließe sich nicht nur mehr auf den Staat, sondern würde selbst aktiv und erfinderisch.   

Möglichst wertungsfrei und achtsam zu leben, macht unabhängig. Schweres und Trauriges annehmen  – Freudiges und Schönes genießen und feiern! Jedes zu seiner Zeit.

Im Römerbrief steht im 12. Kapitel: “ Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden“. Beides hat seine Berechtigung, beides darf sein. Unsere Aufgabe ist es, beides gleichermaßen angemessen anzunehmen.

Herzlich, 

Ihre Pfarrerin Henrich-Eck

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